Erinnerung an den Tag der Befreiung

In Rathenow wurde heute an den 75. Jahrestag der Befreiung erinnert. Am sowjetischen Ehrenfriedhof wurden Kränze niedergelegt. Eine Europa-Initiative dankte für den Neuanfang in Europa. Die AfD gedachte Soldaten des untergegangenen NS-Regimes.

Europa-Freunde dankten für Neuanfang

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Der 8. Mai war ganz klar ein Tag der Befreiung, bekräftigte Felix Doepner am Mittag auf dem Märkischen Platz und lobte Alt-Bundespräsident Richard von Weizäckers berühmte Rede anlässlich des 40. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges 1985. Doepner ist Sprecher der „Freunde für Europa Rathenow“, einer lokalen zivilgesellschaftlichen Initiative, welche im Rahmen der „Pulse of Europe“-Bewegung im Jahr 2016 entstand. Gemeinsam mit einigen weiteren aktiven Europäern erinnerte er am Mittag auf dem Märkischen Platz in Rathenow an das Kriegsende vor 75. Jahren. Dazu hatten die Freunde für Europa auch drei große Transparente am Kulturzentrum anbringen lassen, welche unter dem Leitmotiv: „Denken – Gedenken – Danken“ standen. Die zentrale Botschaft dahinter lautete offenbar, aus dem Zweiten Weltkrieg eine Lehre zu ziehen, an Opfern des Krieges zu erinnern und für den 8. Mai 1945 als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur europäischen Vereinigung dankbar zu sein.

Kranzniederlegungen am sowjetischen Ehrenmal

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Auch die Stadtverwaltung Rathenow erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) und Stadtverordnetenversammlungsvorsitzender Corrado Gursch (CDU) legten am sowjetischen Ehrenfriedhof Kränze nieder. Auf eine offizielle Gedenkveranstaltung hatte die Stadt jedoch aufgrund der COVID19-Pandemie verzichtet.

Stattdessen legten beispielsweise Vertreter der politischen Parteien zu unterschiedlichen Zeiten Kränze nieder. Am Vormittag gedachten SPD und FDP, am Nachmittag erinnerte DIE LINKE an den Tag der Befreiung. Die CDU als Partei legte am sowjetischen Ehrenmal keinen Kranz nieder, die Linkspartei dafür ein zusätzliches Blumengebinde am Denkmal der Rathenower Widerstandskämpfer gegen den Faschismus auf dem städtischen Friedhof.

AfD gedenkt am deutschen Kriegerdenkmal

Der NPD Stadtrat ließ hingegen auf seiner Internetseite verlautbaren, dass es am 8. Mai keinen Grund zum Feiern gäbe. Ähnlich äußerte sich auch die AfD Havelland. Sie teilte ein Bild des extrem rechten „Einprozent“-Netzwerkes, auf dem Alexander Gauland mit den Worten zitiert wurde, dass der 8. Mai nicht zum „Glückstag“ gemacht werden könne.

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Die „AfD Rathenow“ legte außerdem einen Kranz am deutschen Kriegerdenkmal auf dem Weinberg nieder. Dort wird auch an die während des Zweiten Weltkrieges gefallenen Soldaten des NS Regimes erinnert.

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