Rathenow: Flüchtlingsfeindliche Kundgebung des extrem rechten Bürgerbündnisses

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Am Montagabend traf sich die extrem rechte Vereinigung „Bürgerbündnis Havelland“ zu ihrer üblichen Versammlung. Ungefähr 20 Teilnehmende nahmen an der stationären Kundgebung teil. Es sprachen vier Redner, die sich vor allem abfällig über Geflüchtete im Allgemeinen äußerten.

Vorgeblicher Grund für die Diffamierungen war eine tödliche Auseinandersetzung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität am vergangenen Wochenende in Chemnitz (Sachsen). Ein 35 jähriger deutscher Staatsbürger soll dabei ums Leben gekommen sein.

Die Anteilnahme des Bürgerbündnisses am Tod des Deutschen – unter anderem wurde eine Schweigeminute abgehalten – scheint allerdings fadenscheinig.

Immer wieder versuchen die Redenden auf den Kundgebungen der Vereinigung Angst und Hass, durch die einseitige Darstellung von Geflüchteten als vermeintliche Kriminelle, zu schüren. Jedes neue Opfer scheint ihnen Recht, um den „Volkszorn“ weiter anzuheizen.

Dialogbereitschaft, Hilfsbereitschaft oder gar Integrationskonzepte waren vom „Bürgerbündnis“ bisher hingegen nicht zu erwarten.

Stattdessen verfestigen sich – vor allem in der Vereinsführung –  rassistische und völkische Tendenzen. So stellte der Vereinsvorsitzende Christian Kaiser während seines Redebeitrages am Montagabend klar, dass es aus seiner Sicht „keine halben“ und „keine ganzen“ Deutschen sowie „keine Passdeutschen“ oder „keine Deutsche auf Bewährung“ gäbe. Für ihn gäbe es nur „Deutsche laut Abstammung“. In ähnlicher Weise formulierte es 1920 die NSDAP in ihrem 25-Punkte-Programm, sinngemäß: „Deutscher kann nur sein, wer deutschen Blutes ist“.

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