Rheinsberg: Tanzdemo gegen Neonazikundgebung

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Veranstaltungen im Rheinsberger Stadtkern. NPD und Freie Kräfte versammelten sich zum „Tag der deutschen Einheit“. Zivilgesellschaft tanzte dagegen an.

Gegen eine angemeldete Versammlung von 25 Neonazis in Rheinsberg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) demonstrierten am frühen Dienstagnachmittag etwa 130 Menschen. Vom Kirchplatz aus zogen die lautstark auftretenden Protestierenden dabei dreimal in Hör- und Sichtweite an den Teilnehmenden der Neonaziveranstaltung vorbei. Die Kundgebung der Neonazis blieb hingegen stationär und wurde gegen 14.30 Uhr vorzeitig beendet.

Neonazis versammelten sich zum „Einheitsfeiertag“

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Statement der „Freien Kräfte“ zum „Tag der deutschen Einheit“

Gemäß Anmeldung sollte die Neonaziversammlung, laut einem Vorbericht der Märkischen Allgemeinen, ursprünglich von 13.30 bis 15.30 Uhr stattfinden.

Die Teilnehmendenanzahl entsprach jedoch der angemeldeten Personenzahl. 25 Personen wurden erwartet, genauso viele kamen. Die meisten waren allerdings aus anderen Teilen des Landkreises Ostprignitz-Ruppin sowie aus dem Havelland und Oberhavel zugereist.

Als teilnehmende Organisationen gaben sich die NPD und deren Jugendverband „Junge Nationaldemokraten“ (JN) zu erkennen. Der Neuruppiner „Nationaldemokrat“ und Stadtverordnete Dave Trick übernahm zudem versammlungsleitende Aufgaben und hielt einen Redebeitrag. Weitere Reden wurden durch zwei Personen, die, wie Trick, sowohl eine enge Verbindung zur NPD haben, als auch den „Freien Kräften Neuruppin-Osthavelland“ zugehörig sein sollen, gehalten.

Die Neonaziversammlung wurde im Vorfeld im Internet unter dem Motto: „Äußerlich teilwiedervereint, innerlich zersetzt und entwurzelt“ beworben. Die Bewerbung erfolgte hauptsächlich auf den Socialmedia-Seiten der „Freien Kräften Neuruppin-Osthavelland“ und der „Freien Kräfte Prignitz“.

Offizieller Anlass der neonazistischen Versammlung war der „Tag der deutschen Einheit“. Auf einem Banner und in den Redebeiträgen wurde aber immer wieder Stimmung gegen Ausländer und Geflüchtete gemacht.

Zivilgesellschaft protestierte mit Tanzdemo

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Protest gegen Neonazikundgebung: Tanzdemo in der Mühlenstraße

Der Anmelder der Gegenkundgebung, der Kreistagsabgeordnete Freke Over (DIE.LINKE), ließ sich durch die asylfeindlichen Parolen der Neonazis jedoch nicht beirren. In Rheinsberg seien, seiner Meinung nach, in früheren Zeiten bereits die Hugenotten, Sachsen und Berliner integriert worden, dass werde mit den Geflüchteten auch gelingen.

Over hatte die Protestveranstaltung unter dem Motto: „Schöner tanzen ohne Nazis“ bereits in der vergangenen Woche organisiert. 70 Personen hatte er angemeldet und mit mindestens 25 gerechnet. Gekommen waren dann aber ungefähr 130 Menschen aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die sich zunächst auf dem Kirchplatz versammelten.

Nach ein paar einleitenden Worten durch Freke Over und Rheinsbergs amtierenden Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) begaben sich die Versammlungsteilnehmenden auf die Schloßstraße und zogen über Markt und Mühlenstraße, tanzend und laut an den Neonazis vorbei.

Neben der LINKEN gaben sich dabei auch die zivilgesellschaftlichen Initiativen „Rheinsberg zeigt Gesicht“ und „Wittstock bekennt Farbe“ sowie die sozialistische Jugendorganisation „Die Falken“ deutlich zu erkennen.

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