Stendal: Hochschule verurteilt rechte Attacke gegen Diskussionsveranstaltung

Hochschule verurteilt Angriff auf ihr Gelände. Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Tatverdächtige gehören der rechten Szene an. Mutmaßliches Ziel der Attacke war „Politischer Salon“

Nach einem versuchten Angriff auf eine Diskussionsveranstaltung in den Räumen des Hochschulstandortes in Stendal, Mitte Juni 2017, hat die Hochschulleitung nunmehr eindeutig Stellung bezogen. Wie die Pressestelle der Hochschule Magdeburg-Stendal anlässlich der „versuchten Störung einer Veranstaltung durch rechtsgerichtete Personen“ bekanntgab, dulde die Leitung der Hochschule keine „Anfeindungen oder gar kriminelles Verhalten“ auf ihrem Gelände. Der Campus sei vielmehr ein „Ort des demokratischen Austausches und der Meinungsfreiheit, an dem ohne Angst oder Diskriminierung der politische Diskurs geführt werden kann“, so die Hochschulleitung weiter.  Zudem wurde in der Pressemitteilung die „Freiheit der politischen Betätigung aller Angehörigen und Mitglieder der Hochschule Magdeburg-Stendal“ unterstrichen und ihnen auch „uneingeschränkte Unterstützung“ angeboten.

Steinwurf traf Fensterscheibe

2017.06.15 Stendal Politischer Salon Hochschule (1)
Polizeibeamte kontrollieren einen der insgesamt vier Tatverdächtigen in der Osterburger Str.

Hintergrund des Statements der Hochschulleitung war eine vorausgegangene Straftat am 15. Juni 2017, die sich gegen 19.55 Uhr in der Osterburger Straße zugetragen haben soll. Gemäß einer auf der Internetseite „Blaulicht Altmark“ veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei, sei es am vorgenannten Zeitpunkt zu einer Sachbeschädigung gekommen. Offenbar wurde dabei die Fensterscheibe eines Unterrichtsraumes der Hochschule durch einen Steinwurf beschädigt. Hinzugerufene Polizeibeamte sollen, laut „Blaulicht Altmark“, in unmittelbarer Nähe vier Tatverdächtige im Alter von 16 bis 41 Jahren, darunter eine Frau, festgestellt haben. Gegen die Personen werde nun wegen des Steinwurfs ermittelt.

Tatverdächtige als rechte Szenegänger bekannt

Die vier Tatverdächtigen seien, laut Zeugen des Geschehens, als Sympathisierende  der rechte Szene im Landkreis Stendal bekannt. Alle vier nahmen im ersten Halbjahr 2017 an extrem rechten Demonstrationen in Stendal und Berlin teil. Zwei der Vier gelten zu dem als Führungsduo der rechten „Bürgerbewegung Altmark“ und sollen in der Vergangenheit Versammlungen dieser Gruppierung organisiert haben.

Attacke gegen Veranstaltung des StuVe eV

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Werbung für den „Politischen Salon“ in der Hochschule

Mutmaßliches Ziel der Attacke war der „Politische Salon“ in den Räumen der Hochschule Magdeburg-Stendal. Zum Tatzeitpunkt fand dort eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „rechte Strukturen und Aktivitäten in Sachsen-Anhalt“ mit zwei Referenten statt. Um Störungen zu vermeiden, hatte die Veranstaltungsleitung eine Ausschlussklausel für bekannte Akteure des rechten Milieus erlassen. Dies wurde auch bei der öffentlichen Bewerbung der Diskussion im Internet kommuniziert. Dennoch erschienen kurz vor Beginn der Veranstaltung vier bekannte Akteure aus dem rechten Milieu, die sich auch auffällig verhielten. Mit Bezug auf die Ausschlussklausel wurde ihnen der Zugang zur Diskussion verwehrt. Die Vier verblieben jedoch weiterhin auf dem Hochschulgelände. Wenig später kam es zu dem Steinwurf.

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