Dresden: Neonazistischer „Trauermarsch“ von „Dresden Gedenken“

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An einem so genannten „Trauermarsch“ zur Erinnerung an die Luftkriegszerstörungen in der Stadt während des zweiten Weltkrieges beteiligten sich am frühen Samstagabend in Dresden ungefähr 500 Neonazis.

Die Versammlungsteilnehmer kamen zu einem großen Teil aus Sachsen, reisten teilweise aber auch aus den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg sowie dem europäischen Ausland, beispielsweise aus Tschechien und Serbien an.

Die Zusammensetzung des Aufmarsches der neonazistischen Initiative „Dresden Gedenken“ spiegelte im Wesentlichen die gesamte Brandbreite des Milieus da. Vertreten waren beispielsweise die NPD, deren Jugendorganisation JN, die Partei „DIE RECHTE“, Akteure der „Europäischen Aktion“ sowie so genannte „Freie Kräfte“. Einzig „Der Dritte Weg“ war nicht auffällig vertreten.  Vertreter dieser neonazistischen Kaderpartei sollen sich stattdessen an einem zeitgleichen Aufmarsch des europäischen Neonazimilieus im ungarischen Budapest beteiligt haben. Der „dritte Weg“ beabsichtigt dafür am kommenden Samstag, den 18. Februar 2017, im bayrischen Würzburg unter dem Motto: „Ein Licht für Dresden“ einen weiteren „Trauermarsch“  durchzuführen. Eine Bewerbung dieser Versammlung durch die Initiative „Dresden Gedenken“ wurde zumindest gestern nicht bekannt. Stattdessen verteilte ein Funktionär von DIE RECHTE aus Thüringen Flyer für einen geplanten neonazistischen Aufmarsch seiner Partei in Leipzig. Diese Versammlung soll am 18. März 2017 auch durch den alternativ geprägten Stadtteil Connewitz führen.

Das Thema des Gedenkens in Dresden sensibilisiert indes nach wie vor die extrem Rechte. Neben dem „Trauermarsch“ von „Dresden Gedenken“ am vergangenen Samstagabend sowie dem geplanten Aufzug vom „Dritter Weg“ am kommenden Samstag engagiert sich noch ein weiterer Personenkreis für die einseitige Erinnerung an die Weltkriegsereignisse in der sächsischen Landeshauptstadt. Bereits am Samstagnachmittag veranstaltete der verurteile Holocaustleugner Gerhard Ittner in Dresden einen weiteren „Trauermarsch“. An diesem beteiligten sich ungefähr 120 Personen. Ein Teil dieser Versammlungsteilnehmer nahmen später auch an der Veranstaltung von „Dresden Gedenken“ teil.

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Gegen die extrem rechten Aufzüge hatte ab Samstagnachmittag „Dresden Nazifrei“ aufgerufen. Ab 13.00 Uhr waren ungefähr 200 Menschen dem Aufruf der Initiative gefolgt und hatten sich am „Goldenen Reiter“ in der Dresdener Neustadt versammelt. Gegen 14.00 Uhr protestierte „Dresden Nazifrei“ dann in der Nähe der Versammlung des Gerhard Ittner. Zeitgleich besetzten ungefähr 100 Antifas einen Teil der angemeldeten Strecke des Aufzuges des verurteilten Holocaustleugners. Dadurch wurde dessen Versammlung erheblich verkürzt und zog nicht, wie geplant, durch die Dresdener Neustadt.

Gegen den neonazistischen Aufmarsch des Maik Müller („Dresden Gedenken“) gab es ebenfalls Protestaktion der Initiative „Dresden Nazifrei“. In der Nähe des Versammlungsortes der Neonazis protestierten ungefähr 200-300 Menschen. Anschließend zogen diese durch Südostvorstadt. Entlang der Neonaziroute soll es zudem weitere Blockaden gegeben haben.

Fotos:

Neonaziaufmarch am Samstagnachmittag (Gerhard Ittner)

Neonaziaufmarsch am Samstagabend (Maik Müller, Dresden Gedenken)

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