‎Potsdam‬: Proteste gegen Pogida-Miniaufmarsch im Zentrum

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An einem Aufmarsch der rechten POGIDA-Bewegung in Potsdam haben sich am Mittwochabend ungefähr 60 Personen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen beteiligt. Es war die achte Versammlung dieser Art in der Brandenburger Landeshauptstadt. Die Achte, die nur durch ein enormes Polizeiaufgebot aus mehreren Bundesländern und mit schwerem technischem Gerät, darunter zwei Wasserwerfern, gegen den Willen der meisten Potsdamer_innen durchgesetzt wurde. Insgesamt beteiligten sich ungefähr 650-700 Menschen an den Protesten gegen den POGIDA Marsch. Ungefähr 300 Gegendemonstrant_innen hatten sich am Lustgarten versammelt, 200 folgten einer Demonstration aus Babelsberg und 150-200 noch einmal spontan auf der Langen Brücke. POGIDA hatte sich indes am Nordeingang des Potsdamer Hauptbahnhofes versammelt. Ihren Punkt für die Auftaktkundgebung mussten die Organisatoren dieser Veranstaltung aber wieder um 50-100m verlegen, da Unbekannte an zwei Fahrrädern im Eingangsbereich des Bahnhofes Kisten befestigt hatten, in denen ohrenbetäubender Lärm erzeugt wurde. Nochmals wurde offensichtlich das POGIDA in Potsdam offenbar unerwünscht ist. Trotz mehrerer vormaliger Ankündigungen sah Versammlungsleiter Christian Müller, u.a. auch während der Auftaktkundgebung, anscheinend keinen Grund seine Veranstaltungsreihe abzubrechen. Er hätte sich mit ähnlich gesinnten Initiativen aus anderen Städten beraten. Diese hätten ihn zur Fortsetzung seiner Aktivitäten in Potsdam geraten, zumindest so lange bis ein für ihn entsprechender Ersatz gefunden ist. Nach der kurzen Auftaktkundgebung, bei der auch ein Herr aus Dresden zu Wort kam, zog POGIDA dann zum Filmmuseum. Dort sprach Müller erneut, ebenso wie Sebastiano Graziani. Als Frontbanner von POGIDA diente diesmal übrigens ein Stoff-Stück auf dem mit großen Buchstaben: „Wir sind keine Nazis“ zu lesen war. Dies mag inhaltlich für einige „besorgten Bürger_innen“ auf der Versammlung zu treffen, aber eben nicht für einen größeren Teil der Mitläufer_innen. Tatsächlich ist nämlich zu beobachten das einige Kader der „Freien Kräften Neuruppin / Osthavelland“ sowie der lange Zeit inaktiven neonazistischen „Alternative Jugend Potsdam“ immer öfter anlässlich der POGIDA Märsche in Erscheinung treten. Ihnen ist auch das Banner: „Asylhütte in Potsdam? Kannste knicken“ mit dem markanten Slogan: „Wohnraum zuerst für Deutsche“ zuzuordnen.

Fotos:

2016.03.09 Potsdam POGIDA und Proteste (26)
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