Potsdam: Babelsberg blockiert Pogida

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Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes war es am Mittwochabend mehreren hundert Gegendemonstrant_innen gelungen den Potsdamer PEGIDA-Ableger POGIDA durch einen Menschenblockade zu stoppen. Die Polizei forderte zwar mehrfach zur Räumung der blockierten Straße auf, setzte die Aufforderung jedoch nicht durch. Auch die Idee einer Alternativroute, um die Blockade herum, wurde alsbald wieder verworfen. Pogida blieb nichts weiter übrig als wieder kehrt zu machen und zum Ausgangspunkt zurück zulaufen.

Den mittlerweile sechsten Marsch der Potsdamer Islamgegner_innen, an der sich auch heute wieder ähnlich gesinnte Initiativen aus Berlin und dem Landkreis Havelland beteiligten, hatte Veranstalter Christian Müller im linksalternativ geprägten Babelsberg geplant. Von der Bahnhaltestelle Medienstadt (Drewitz) sollte es über die Großbeerenstraße bis zur S-Bahnhaltestelle Babelsberg gehen. Um den Marsch zu gewährleisten hatte die Polizei wieder mehreren Hundertschaften aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Räumpanzer, Wasserwerfer und mindestens einen Hubschrauber bereitgestellt. Große Teile der Strecke waren zu dem mit „Hamburger Gittern“ eingezäunt.

Gegen 18.45 Uhr setzte sich dann der Pogida-Marsch mit ungefähr 90 Teilnehmer_innen in Bewegung. Doch nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt warteten schon um die 200 Gegendemonstrant_innen, die unter dem Motto „Potsdam bekennt Farbe“, lautstark gegen die Potsdamer Islamgegner_innen protestierten. Die Polizei sorgte dabei für eine klare Trennung beider Lager. Vereinzelt flogen wenig später mehrere Böller in Richtung Pogida-Anhänger_innen. Der Aufzug wurde jedoch ohne Unterbrechung fortgesetzt. Erst in der Großbeerenstraße Ecke Grünstraße, nach ungefähr 650 gelaufenen Metern, wurde Pogida gezwungen endgültig stehen zu bleiben. An einem Mietshaus mit weit offenen Fenstern hatten sich mehrere vermummte Personen gezeigt und wenige Meter davon entfernt hatten sich ungefähr 300-400 Menschen, nach einem ersten gescheiterten Blockadeversuch, wieder und diesmal, aus ihrer Sicht, erfolgreich auf die Straße gesetzt.

Die Zeit des Stillstandes nutzte Pogida für eine erste Zwischenkundgebung, während die Polizei die Blockierer_innen viermal erfolglos zur Räumung der Straße aufforderte. Die schienen indes mit allem zu rechnen und legten sich bereits, im Angesicht des drohenden Wasserwerfereinsatzes, Rettungsdecken bereit. Der Befehl zur Räumung wurde jedoch nicht gegeben. Stattdessen machte Pogida kehrt und zog sich zur Bahnhaltestelle Medienstadt zurück. Dort fand auch deren Abschlusskundgebung mit den üblichen Rednern statt. Veranstalter Christian Müller kündigte dabei u.a. an, dass er in absehbarer Zeit jeden Tag in Babelsberg demonstrieren wolle. Zunächst geht es in der nächsten Woche aber nach Potsdam-Nord, ins Bornstedter Feld.

Fotos:

2016.02.17 Potsdam POGIDA Babelsberg Protest (47)

 

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