Tangermünde: „Bürgerbewegung Altmark“ blamiert sich bei Kundgebung

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Die mittlerweile achte Versammlung der rechten „Bürgerbewegung Altmark“ fand am heutigen Nachmittag in Tangermünde statt. Trotz des Ortswechsels, vom üblichen Marschort in der altmärkischen Kreisstadt Stendal zur Hansestadt an der Elbe, blieben die Zahlen der Teilnehmer_innen bescheiden. Zur Kundgebung auf dem Marktplatz, am historischen Rathaus, kamen zur Spitzenzeit gerade einmal 80 Personen. Nach sechs zum Teil äußerst stupiden sowie von Hysterie, Sozialneid und Größenwahn geprägten Redebeiträgen blieben gerade noch 30 Sympathisant_innen über. Diese setzten sich dann gegen 17.30 Uhr in Bewegung und veranstalteten noch einen skurrilen „Abendspaziergang“ durch die Tangermünder Altstadt.

So bizarr die spätnachmittagliche Szenerie auf dem Marktplatz zu Tangermünde auch wirkte, so politisch gefährlich bleibt sie trotzdem. Denn dort werden eben auch (rechts)radikale Inhalte vermittelt. Standardredner Sebastiano Graziani hetzte einmal gegen vermeintliche „Volksverräter“ sowie die „Lügenpresse“ und forderte für diese, übrigens auch nicht zum ersten mal, ein neues „Nürnberger Tribunal“. Ein Redner aus Magdeburg forderte die Anwesenden zu dem explizit dazu auf, bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die AfD und die NPD zu wählen. Beide Parteien hatten, passender weise, im Vorfeld Wahlplakate in Tangermünde aufgehängt. Analog dem Hauptthema der heutigen Versammlung der „Bürgerbewegung Altmark“ waren die Wahlkampfslogans hauptsächlich auf die Flüchtlingsthematik zugeschnitten.

Um Flüchtlinge ging es insbesondere auch dem vierten Redner auf der „bürgerbewegten“ Kundgebung. Er stellte sich als Ein-Euro-Jobber vor, der angeblich im Flüchtlingsheim Stendal arbeitet. Der Mann, der offensichtlich unzufrieden mit seiner Job ist, versuchte vor allem durch Schürung von Sozialneid Stimmung gegen die Flüchtlinge in seiner Arbeitsstelle bzw. gegen die, die er dafür verantwortlich sieht, zu machen.

Gegen die Versammlung der „Bürgerbewegung“ protestierte eine Gruppe von ungefähr 15 Tangermündern am Rande. Diese hatten sich am neuen Rathaus versammelt, an dem auch ein Transparent mit der Aufschrift: „Tangermünde steht für Toleranz und Menschlichkeit“ angebracht war. Eine weitere kleine Gruppe protestierte kurzzeitig in der des historischen Rathauses. Die offensichtlich antifaschistischen Jugendlichen zeigten ein Transparent mit dem Slogan: „Wer Deutschland nicht liebt, hat Deutschland verstanden“, eine Modifikation der auch heute von der „Bürgerbewegung Altmark“ genutzten Neonazi-Parole: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“.

Fotos:

2016.02.14 Tangermuende Buergerbewegung Altmark und Proteste (38)
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