Burg: Spannungsgeladene Aufzüge für und gegen Flüchtlinge

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Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten war auch am Sonntagabend in Burg bei Magdeburg Thema mehrerer Versammlungen. Ab 17 Uhr hatten sich u.a. „besorgte“ Bürger_innen am Bahnhof angekündigt, zunächst inoffiziell, dann aber mit Anmeldung. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis hatte daraufhin ebenfalls Versammlungen angemeldet. Die Antifa Burg mobilisierte unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt!“ dazu „rassistische Hetze“ entgegenzutreten.
Bereits am späten Nachmittag versammelte sich dann zunächst die Burger Zivilgesellschaft am angemeldeten Punkt am Bahnhof. Ungefähr 160 Menschen kamen dabei zusammen und zogen später Richtung Innenstadt, zur zweiten angemeldeten Kundgebung am Roland. Auf größere Transparente oder Fahnen wurde aber anscheinend verzichtet. Lediglich drei kleinere Schilder, u.a. mit der Aufschrift „Refugees Welcome“, deuteten auf eine Solidarisierung mit Flüchtlingen hin.
Am Bahnhof war die Situation deshalb übrigens recht unübersichtlich, da bei einsetzender Dunkelheit die unterschiedlichen Versammlungsteilnehmer_innen aufgrund des überwiegend neutralen Auftretens kaum auseinanderzuhalten waren. So unübersichtlich die Situation auch war, so spannungsgeladen war sie auch. In der Nähe des Bahnhofs soll es so u.a. zu einer Rangelei zwischen einer Gruppe offensichtlicher Neonazis und Antifas gekommen sein. Ein Mitglied der Neonazigruppe soll dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift „NAZI“ getragen haben.
Später kamen weiteren Gruppen mit Neonazis am Bahnhof an, darunter auch eine Abordnung um den regionalen „RECHTE“-Vorsitzenden Ingo Zimmermann. In einem Bericht des Kreisverbandes „Magdeburg / Jerichower Land“ in einem sozialen Internetnetzwerk bestätigte die Partei nicht nur ihre Teilnahme am Marsch der „besorgten“ Bürger_innen, sondern bot auch Unterstützung für weitere Veranstaltungen an. Der bürgerliche Status der flüchtlingsfeindlichen Versammlung war am Sonntagabend ohnehin fraglich, da die Veranstaltung zu einen erheblichen Teil hochaggressives Klientel zog. Neben den bekannten Anhänger_innen von DIE.RECHTE und „freien Kräften“ aus Burg und Magdeburg waren so auch Sympathisant_innen der neonazistischen und zeitweise verbotenen Hooliganvereinigung „Blue White Street Elite“ (BWSE), u.a. ein Spieler des momentan wegen Gewalttätigkeiten vom sachsen-anhaltinischen Ligaverband ausgeschlossen Fußballvereins „FC Ostelbien Dornburg“.
An dem Aufzug der „besorgten“ Bürger_innen, der durch ein begrenztes Gebiet im Westen Burgs führte, beteiligten sich insgesamt bis zu einhundert Personen.

Fotos:

2015.11.08 Burg - Anti Asyl Demo un Protesten (2)
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