Rathenow: Zivilgesellschaftliche Demonstration für Gewaltlosigkeit, gegen Fremdenhass

Titel

Zu einer Demonstration für Gewaltlosigkeit und gegen Fremdenhass hatten sich am Sonntagvormittag ungefähr 300 Menschen in Rathenow versammelt. Sie waren der Einladung der Rathenower Ärztin Dr. Margarete Steger gefolgt, die sich in einem, in den lokalen und sozialen Medien verbreiteten Schreiben über die Gewalt gegen Flüchtlinge empörte und zu einer Demonstration guten Willens aufrief.

Vielfältige Zivilgesellschaft

Viele Menschen nahmen diese Chance dann auch war, sich zu Toleranz und für die Aufnahme von zu bekennen. Dabei zeigte sich ein sehr vielfältiges Bild der havelländischen Zivilgesellschaft. Vertreter verschiedener Willkommensinitiativen, u.a. aus Rathenow, Premnitz, Nauen und Friesack waren gekommen, Vertreter_innen kirchlicher Begegnungskreise, viele Schüler_innen, einige Flüchtlinge und diverse Abgesandte politischer Parteien. Auch Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze und Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski waren vor Ort, ebenso wie Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger.

Angebote zur Diskussion und für ehrenamtliche Projektarbeit

Allerdings sollte die Veranstaltung nicht nur ein bloßes Bekenntnis sein. Unterstützt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der lokalen Zivilgesellschaft wurden nach der Kundgebung noch Frage- und Diskussionsrunden in der Sankt Marien Andreas Kirche angeboten. Hierbei konnten sich alle Interessierten zu ihren Sorgen zur aktuellen Situation äußern, Anregungen für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben einbringen oder sich mit bereits engagierten Menschenfür eigene, ehrenamtliche Projekte zu finden.

Anschläge und rassistische Stimmungsmache

Die Demonstration und das Angebot zur Diskussion waren eine direkte Reaktion auf die bundesweit zunehmenden Gewaltakte gegen Flüchtlinge bzw. deren Unterkünfte. Auch im Landkreis Havelland kam es nämlich insbesondere im vergangenen Monat zu einzelnen Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Am 10. August 2015 warfen Unbekannte mehrere Eier gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Rathenow. Am 25. August 2015 brannte eine als Flüchtlingsnotunterkunft geplante Sporthalle in Nauen nach Brandstiftung nieder. In der Nacht vom 28. zum 29. August 2015 kam es zu Pöbeleien und Flaschenwürfen an der Flüchtlingsunterkunft in Falkensee. Des Weiteren wurden am selben Wochenende diverse Aufkleber mit der Aufschrift „Refugees not Welcome“ in Premnitz festgestellt.

Fotos: hier

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s