Brandenburg an der Havel: Erinnerung an den Tag der Befreiung /Bundesaußenminister bleibt Gedenken fern/ Linksjugend protestiert gegen Waffenexporte

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Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Gefangenen des Zuchthauses Brandenburg durch die rote Armee wurde heute Nachmittag an mehreren Orten in Brandenburg an der Havel den vom NS Regime Verfolgten und Ermordeten sowie den bei den Kämpfen um die Stadt gefallenen sowjetischen Soldaten gedacht.
Am Obelisken in der Steinstraße erinnerte zunächst der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Walter Paaschen, an die letzten Kriegstage in der Havelstadt. Anschließend bedankte sich Dmitry Olisov, erster Sekretär der Botschaft der Russischen Föderation, in einem Redebeitrag für die Fortführung des ehrenhaften Gedenkens in Brandenburg an der Havel.
Ausdruck des ehrenvollen Erinnerns und Höhepunkt der Veranstaltung war dann die gemeinsame Kranzniederlegung. Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann und Walter Paaschen legten dabei als Vertreter_innen der Stadt den ersten Kranz nieder, bevor die Vertreter der Russischen Föderation ihren gefallenen Soldaten gedachten. Weitere Blumengestecke wurden von der CDU, der SPD, der Partei DIE.LINKE, Bündnis 90 / Die Grünen sowie von Vereinen niedergelegt.
Insgesamt nahmen ungefähr 70 Menschen an der Zeremonie, darunter auch Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter der Bundeswehr, teil. Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier, der sich ebenfalls in der Stadt, die auch zu seinem Wahlkreis gehört, aufhielt, blieb der Veranstaltung allerdings fern. Er fuhr direkt mit einem Kleinboot, ohne von der Zeremonie Notiz zunehmen, vorbei.
Hingegen genutzt hat die Veranstaltung die Brandenburger Linksjugend, die mit einem Transparent gegen deutsche Waffenimporte in Krisenländer protestierte. Dieser Protest wurde jedoch nach wenigen Minuten durch die Polizei unterbunden. Erst am zweiten Veranstaltungsort wurde die Transparentaktion von der Versammlungsleitung genehmigt.
Zweiter Erinnerungsort war übrigens das Mahnmal für die durch die Nationalsozialist_innen im Zuchthaus Brandenburg an der Havel ermordeten 1.722 politischen Häftlinge. Auch hier wurde eine gemeinsame Kranzniederlegung von Stadt, Parteien, Vertretern der russischen Föderation sowie einer polnischen Delegation vollzogen.
In einem Redebeitrag ging Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann, neben der historischen Würdigung des Erinnerns auch auf die aktuelle politische Situation, bedankte sich bei allen Bürger_innen, die Anfang des Jahres gegen die rechtspopulistischen Versammlungen auf die Straße gegangen sind und sprach sich für mehr Offenheit gegenüber Jüd_innen und Muslimen aus.

Fotos: hier

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