Fußballlandespokal: SV Babelsberg 03 vs FC Energie Cottbus 0:2

Titel

Im Halbfinale des Brandenburgischen Fußballlandespokales 2014/2015 unterlag der Regionalligist SV Babelsberg 03 im gestrigen Mittwochsspiel dem Drittligisten FC Energie Cottbus. Die Austragung des Spieles war ursprünglich am 1. April 2015 geplant, musste aber wegen des Sturmtiefes „Niklas“ kurzfristig abgesagt werden. Austragungsort war gestern das Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg. 5.241 Zuschauer_innen, darunter ungefähr 1.000 Cottbus-Fans, verfolgten die Begegnung live mit. Aufgrund der Rivalität beider Vereine sicherte zudem ein massives Polizeiaufgebot von mehreren hundert Beamt_innen die Veranstaltung ab. Größere Auseinandersetzungen unter den Fans wurden allerdings nicht bekannt. Sowohl im Gästeblock als auch in der heimischen Nordkurve kam es jedoch zu einem massiven Einsatz von Pyrotechnik. Zeitweise führte dies sogar zu einer Spielunterbrechung.
Weiterhin skandierten die Cottbus-Fans neonazistische Parolen und zeigten u.a. ein Banner mit der Aufschrift: ZCKN, ZGNR & JDN („Zecken, Zigeuner & Juden“) in Richtung des Babelsberger Anhangs. Dieser revanchierte sich seinerseits mit Spruchbänder wie „Faschos klatschen“ und „Nazischweine“.

Ausgangslage Spiel

Dass ein Pokalspiel immer seine eigenen Gesetze hat und vorher nur schwer abschätzbar ist, sollte sich auch bei der gestrigen Begegnung zeigen. Die ersten Mannschaften des SV Babelsberg 03 und des FC Energie Cottbus waren nämlich seit der Neuaustragung des Brandenburgischen Landespokals ab 1991 noch nicht aufeinander getroffen, ebenso wie im Ligabetrieb.
Zu direkten Vergleichszwecken können so nur die Begegnungen der Babelsberger Heimmannschaft mit der zweiten Auswahl der Lausitzer in Regional- und Oberliga herangezogen werden. Diese Statistik führt der SV Babelsberg 03 mit zwei Auswärtssiegen und einem Heimsieg an. Zweimal lautete das Ergebnis unentschieden, einmal gewann der FC Energie Cottbus II.
Die erste Mannschaft der Lausitzer spielt zurzeit allerdings eine Liga höher als die Kicker aus dem früheren Nowawes. In der aktuellen Rückrunde der dritten Liga 2014/2015 konnte der FC Energie Cottbus in 13 Spielen immerhin schon drei Heimsiege und einen Auswärtssieg verbuchen. Viermal lautete das Ergebnis unentschieden, viermal verloren die Lausitzer auswärts und einmal zu Hause. Die Mannschaft ist diese Saison also eher heimstark.
Die aktuelle Bilanz des SV Babelsberg 03 in der Regionalliga 2014/2015 sieht, trotz der Auswärtsschwäche ihres Gegners, dennoch eher schlechter aus. Zwar endeten sechs der bisherigen neun Begegnungen immerhin mit Unentschieden, andererseits gingen aber auch zwei Auswärtspartien und ein Heimspiel verloren.
Dafür konnte der SV Babelsberg 03 immerhin auf die bessere Langzeitbilanz im Hinblick auf Pokalerfolge blicken. Achtmal gewannen die Nowaweser bereits den Brandenburgischen Fußballlandespokal, Energie lediglich fünfmal.
Doch auch in dieser Hinsicht hatten die Lausitzer einen kleinen Hoffnungsschimmer. Im Jahr 2001 schlug die zweite Auswahl der Lausitzer, im einzigen Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Geschichte des Pokals, die Babelsberger mit 3:1 im Stadion der Freundschaft in Cottbus.

Spielverlauf

Entsprechend spannend entwickelte sich das Spiel von Anfang an. Beide Mannschaften suchten von Beginn an das Tor des Gegners, konnten den Ball, trotz guter Gelegenheiten, aber nicht im Kasten versenken.
Beide Teams traten sehr körperbetont auf, Härte bestimmte das Spielgeschehen. In der 38. Minute brachte der Lausitzer Michel dann den Babelsberger Mihm im Cottbusser Strafraum zu Fall. Elfmeter gab es jedoch nicht. Dafür wurde Energie mit dem Führungstreffer in der 42. Minute durch Kleindienst belohnt. Aber Babelsberg kämpfte weiter, die Fans waren sich sicher: „Wir gewinnen sowieso“. Doch wer sollte denn – objektiv gefragt – die Tore für den erhofften Sieg schießen? Die bisherige Ligastatistik kann darauf jedenfalls keine eindeutige Antwort geben. Die erste Halbzeit endete anschließend mit dem 0:1 aus Sicht der Gastgeber.
Aber Babelsberg wollte hier doch noch Akzente setzen und kam zur zweiten Runde der Partie entsprechend motiviert aus der Kabine. Leider fehlte aber auch wieder der verdiente Abschluss.
Stattdessen setzten nun die Fans beider Lager die Akzente. Aus dem Cottbusser Block flogen Leuchtraketen und Böller aufs Spielfeld und in Richtung gegnerischer Nordkurve. Zudem verbrannten Energie-Fans eine offenbar erbeutete Tasche. Die Babelsberger ihrerseits revanchierten sich ihrerseits mit dem abfackeln eines Cottbus-Pullovers. Nachdem Einsatz weiterer Pyrotechnik wurde das Spiel ab der 56. Minute unterbrochen. Polizei kam aufs Spielfeld. Die Cottbusser riefen scheinheilig „Fußball! Fußball!“.
Nach zehn Minuten rollte dann aber tatsächlich der Ball wieder. Und noch einmal preschten die Babelsberger Spieler permanent nach vorne. Der erlösende Schuss ins Energie-Tor fiel jedoch nicht. Diese Abschlussschwäche nutzten wiederum die Lausitzer nach einer Standardsituation aus und verwandelten eiskalt in der 92. Minute zum 0:2. Torschütze mit der Rückennummer 8 war Fanol Perdedaj. Damit war das Spiel für Babelsberg gelaufen.
In der 99. Minute pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Cottbus trifft nun im Finale auf Union Fürstenwalde.

Fotos: hier

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