Rathenow: Willkommensfest für Flüchtlinge

Titel

Auf dem Gelände des Jugendhauses Oase in Rathenow (Landkreis Havelland) fand am heutigen Nachmittag ein Willkommensfest für die in Stadt untergebrachten Flüchtlinge statt. An dem bunten Fest nahmen ungefähr 300 Menschen teil. Flüchtlingen und Einheimischen bot sich so die Möglichkeit des Dialoges sowie ein vielseitiges und familiengerechtes Programm. Veranstalter waren die Kirchgemeinden der Kreisstadt.

Flüchtlinge willkommen

Die Stadt Rathenow war in den 1990er und Anfang der 2000er Jahren oft wegen rassistischer Hetze und gewalttätiger Ausschreitungen in den Negativschlagzeilen der Republik. Im Jahr 2000 baten die hier untergebrachten Flüchtlinge wegen der zahlreichen Übergriffe sogar um eine Evakuierung aus Stadt – der vorläufige Tiefpunkt für das Ansehen Rathenows im ganzen Land.

Doch in Rathenow hat sich einiges getan, auch wenn die allgemeine Debatte zur Aufnahme neuer Flüchtlinge auch hier präsent war. Die Rathenower Zivilgesellschaft ist jedenfalls emsig bemüht, den Menschen, die vor Krieg und Folter hierher fliehen, sicheres Obdach zu gewähren und sie hier als Gäste willkommen zu heißen.

So war es heute auch ein sehr herzliches und absolut konfliktfreies Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen, die sich nun erstmals in so großem Rahmen untereinander austauschen konnten. Sicher war dabei auch das gute Wetter hilfreich. Daneben zog aber auch ein buntes Angebot an Musik, Kinderbetreuung, Spiele und vor allem einer großen Auswahl an kulinarischem Essen.

Auch die Lokalpolitik ließ sich blicken. Bürgermeister Ronald Seeger hielt die Eröffnungsrede, lokale Vertreter_innen der Parteien, von CDU über SPD bis DIE.LINKE, mischten sich gerne unter die Menschen.

Den Abschluss bildete eine symbolische Aktion der Hoffnung. Flüchtlinge und Einheimische ließen gemeinsam Luftballons mit ihren Wünschen und Träumen in den Himmel steigen.

Neues Flüchtlingsheim seit 2015

In Rathenow werden Asylsuchende bereits seit den 1990er aufgenommen und in einer Gemeinschaftsunterkunft im Süden der Stadt untergebracht. Bis Anfang der 2000er Jahre existierte sogar eine zweite, größere Unterkunft im Ortsteil Heidefeld. Diese wurde jedoch wegen des Rückgangs der Flüchtlingszahlen nicht mehr benötigt.

Durch die Zunahme der bewaffneten Konflikte in der Welt sind die Zahlen der Menschen, die aus den Krisengebieten fliehen, aber wieder angestiegen. Auch in Rathenow war dies wieder bemerkbar. Das Heim im Süden der Stadt war ausgelastet und Wohnungen auch nicht vorhanden. Eine weitere Gemeinschaftsunterkunft musste also geschaffen werden. Sie entstand ebenfalls im Süden der Stadt, auch wenn es zunächst Proteste einiger Anwohner_innen gab.

Mittlerweile ist die neue Gemeinschaftsunterkunft fertiggestellt und seit Februar 2015 bezogen. Mit dem heutigen Willkommensfest gab es nun das erste Angebot zur Integration in das Stadtleben.

Fotos: hier

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s