Dresden / Döbeln: Erinnerung an den 13. Februar

Titelbild

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen hat Dresden am 13. Februar 2015 an die Bombardierung der Stadt vor 70 Jahren gedacht. Die sächsische Landeshauptstadt war während des zweiten Weltkrieges Ziel eines schweren Bombenangriffs geworden, bei dem bis zu 25.000 Menschen ums Leben kamen.

Gedenken in der Dresdener Altstadt

Zentraler Erinnerungsort für das offizielle Gedenken war in diesem Jahr ab 16.00 Uhr die wiedererrichtete Frauenkirche. An der dortigen Veranstaltung nahmen Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Bundespräsident Joachim Gauck, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sowie zahlreiche geladene Gäste aus dem In- und Ausland, u.a. auch aus Groß Britannien, teil. Anschließend formierten sich tausende Bürger_innen zu einer Menschenkette, um „ein sichtbares Zeichen des stillen Gedenkens für Gewaltfreiheit, Frieden und Toleranz zu setzen“. Hintergrund dieser Aktionsform sind die jahrelangen Versuche von Neonazis, das Gedenken an den Bombenangriff für sich zu vereinnahmen.

Täterspuren 2015

Bereits am frühen Nachmittag waren um die 1.500 Menschen einem Aufruf des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ gefolgt, um den Fokus des Erinnerns nicht nur auf den 13. Februar zu beschränken, sondern auch die Ursachen, die zu diesem Tag führten und tief in der nationalsozialistischen Diktatur zu suchen sind , näher zu beleuchten.

Diese Veranstaltung führte von der Helmut Schön Allee bis zum Neumarkt, wo abschließend die bekannte Szeneband „Feine Sahne Fischfilet“, live, Open Air und dazu auch noch kostenlos auftraten.

Neonazis gedenken in Döbeln

Während das neonazistische Milieu in den vergangenen Jahren am 13. Februar immer wieder in Großaufmärschen durch Dresden zog, wurde 2015 auf eine größere zentrale Aktion verzichtet. Stattdessen verfolgte die Szene offenbar ein eher dezentrales Konzept. Bereits vor Tagen führten die Neonazis eine kleinere Kundgebung auf dem Heidefriedhof durch und später noch eine kleinere Spontanversammlung in der Altstadt.

Direkt am 13. Februar wurden jedoch keine nennenswerten Aktionen in Dresden bekannt. Stattdessen kam es zu kleineren Kundgebungen, u.a. in Berlin-Pankow und Limbach-Oberfrohna (Sachsen).

Die größte Versammlung des neonazistischen Milieus fand mit etwa 30 Teilnehmer_innen aber im sächsischen Döbeln statt. Dort hatten Neonazis eine Kundgebung vor dem Rathaus angemeldet. Hierbei kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Zunächst hatte eine Gruppe Antifas, mit Transparenten in den Händen, versucht, sich der Kundgebung via kleinerer Seitenstraßen zu nähern. Als die Polizei sie aufhalten wollte, versuchte sie diese zu umgehen. Daraufhin wurden die Antifas recht rabiat aufgehalten und zum Teil auch von Neonazis angegriffen. Daraufhin kesselten die Beamt_innen erst einmal die Antifas ein.

Anschließend ging die Polizei gegen die Neonazis vor. Zwei führende Funktionäre wurden, unter Tumulten aus der Kundgebung gezogen und in Gewahrsam genommen. Bei Rangeleien mit der Polizei kam auch ein bekannter Anti-Antifa Fotograf zu Fall.

Anschließend durften die Neonazis ihre Kundgebung u.a. auch mit Fackeln und einer Videopräsentation fortsetzen und die Antifas in Hör- und Sichtweite dagegen protestieren.

Fotos: hier

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