Berlin: Tausende bekannten: „Je Suis Charlie“

2015.01.11 Berlin Je Suise Charlie Gedenken (11)

Nach einem blutigen Anschlag religiöser Fundamentalisten auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ am vergangenen Mittwoch in Paris hatten sich heute Nachmittag mehrere tausend Menschen auf dem Pariser Platz zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung versammelt. Viele trugen Schilder oder Transparente mit der Aufschrift „Je Suis Charlie“ oder ähnliche Slogans, einige schwenkten französische Fahnen. Drei größere Gruppen von Menschen zeigten zu dem die Worte „Liberté“, „Tolerance“ und „Berlin ist Charlie“, wobei jeweils eine Person einen Buchstaben hielt. Im Eingangsbereich der französischen Botschaft legten außerdem wieder dutzende Menschen Blumen und Kränze nieder oder stellten Kerzen ab. Das Botschaftsgebäude wurde zu dem mit einer Lichtprojektion des Slogans „Je Suis Charlie“ beleuchtet.

Heimtückischer Anschlag

Ein mit Sturmgewehren ausgerüstetes Killerkommando hatte am 7. Januar 2015 die Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“ angegriffen, zehn Mitarbeiter und zwei Polizeibeamte getötet sowie 20 weitere Menschen verletzt. Die Täter sollen dabei islamistische Parolen skandiert haben. Sie hatten sich später in einer Druckerei verschanzt und wurden dann von der Polizei erschossen.

Im Fokus der Islamisten

Die Tat vom Mittwoch war übrigens nicht der erste Anschlag gegen „Charlie Hebdo“. Bereits im Jahr 2011 war die Zeitschrift Ziel eines Brandanschlages. Damals wurde allerdings niemand verletzt.

Das Satiremagazin war mutmaßlich ins Visier militanter religiöser Fanatiker geraten, weil es mehrfach so genannten „Mohammed-Karikaturen“ veröffentlichte und sich für eine Liberalisierung des Islams eingesetzt hatte.

Anschlag beschäftigt die bundesrepublikanische Öffentlichkeit

Viele Menschen des öffentlichen Lebens haben inzwischen den Anschlag von Paris verurteilt und ihre Anteilnahme gegenüber den Opfern zum Ausdruck gebracht. So waren bei der Kundgebung am heutigen Nachmittag beispielsweise auch die Grünen-Bundestagsabgeordneten Dr. Anton Hofreiter und Volker Beck anwesend. Diese führten ebenfalls Schilder mit der Aufschrift „Je Suis Charli“ mit sich.

Eine deutliche Ablehnung fanden hingegen Erwägungen des französischen „Front National“ (FN) und der „PEGIDA“ aus dem Anschlag politisches Kapital zu schlagen. Statt Rassismus, Antiislamismus und europäische Isolation sollte, nach Meinung der Demonstrant_innen, “Mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit“ die angemessene Antwort auf den Angriff auf „Charlie Hebdo“.

Religiöser Fanatismus auch in Afrika und Asien

Neben den Mordanschlag auf das französische Satiremagazin in Europa kam es auch in der nigerianischen Provinz Borno zu Übergriffen durch islamistische Killerkommandos. Dort wurden dutzende Menschen bei mehreren Anschlägen getötet. Erst gestern sprengte sich, nach Informationen der Frankfurter Rundschau, ein zehnjähriges Mädchen auf dem Marktplatz in Maiduguri in die Luft und tötete dabei 20 Menschen.

Und auch in Syrien geht der dort tobende Bürgerkrieg unvermindert weiter. Ein Schwerpunkt ist nach wie vor der Kampf zwischen syrischen Kurden und Söldnern des Islamischen Staates in Kobane. Die Gefechte des islamischen Staates werden dabei mit äußerster Grausamkeit geführt und durch zahlreiche Massaker begleitet.

Fotos: hier

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