Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg: Silvio Meier Gedenkdemonstration 2014

Ungefähr 4.000 Menschen erinnerten gestern Abend im Rahmen einer Gedenkdemonstration durch Berlin-Friedrichshain und Kreuzberg an den im November 1992 von Neonazis getöteten Hausbesetzer Silvio Meier.

Gedenken an Silvio Meier

2014.11.22 Berlin Silvio Meier Demo 2014 (8)

Das Gedenken hat sich inzwischen zu einer der größten,  regelmäßigen stattfindenden antifaschistischen Veranstaltungen entwickelt. Jährlich erinnern tausende Menschen so exemplarisch an die vielen Toten, die dem Neonazismus oder Rassismus in den vergangenen Jahren zum Opfer gefallen sind. Silvio Meier war einer von ihnen. Er wurde im November 1992 von Naziskins am U-Bahnhof Samariterstraße erstochen, als er mit diesen in eine Auseinandersetzung geriet. Weiterhin wurde im selben Monat des gleichen Jahres aber auch ein Obdachloser  in Lehnin (Brandenburg) von drei Neonazis brutal misshandelt und anschließend getötet sowie in Mölln (Schleswig-Holstein) drei Migranten durch einen Brandanschlag auf ein Wohnhaus umgebracht. Wenige Monate zuvor kam es außerdem zu pogromartigen Ausschreitungen an der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Rostock-Lichtenhagen (Mecklenburg-Vorpommern). Die besondere Brutalität des Jahres 1992 wirkt bis heute nach, es steht Synonym für die düsteren 1990er Jahre.

Solidarität mit Flüchtlingen

Aus der kollektiven Erinnerung der Antifa an den Neonaziterror der 1990er Jahre wuchs mit der Zeit auch ein Bewusstsein, dass sich die damaligen Verbrechen des neonazistischen Milieus nicht wiederholen dürfen. Viel stärker als damals setzt die antifaschistische Szene deshalb auf die Unterstützung von Flüchtlingen und antirassistische Basisarbeit. „Sich gegen jede Form von rassistischer und neonazistischer Unterdrückung zur Wehr zu setzen und sich mit den Betroffenen zu solidarisieren“ sei die „zentrale Aufgabe einer antifaschistischen Bewegung“, so ein Zitat aus dem Aufruf zur diesjährigen Silvio Meier Demo. Vermutlich auch deshalb hatte sich ein Teil der Versammlungsteilnehmer_innen bereits an den Protesten gegen eine Veranstaltung von „Bürgerbewegungen“ und Neonazis, die sich vorgeblich gegen „Asylmissbrauch“ richtete, beteiligt.

weitere Fotos: hier

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