Hannover: Tausende gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus / HoGeSa Aufmarsch nur stationär

Titelbild

Am Samstagnachmittag haben mehrere tausend Menschen im Stadtgebiet von Hannover sowohl gegen eine Kundgebung der Vereinigung „Hooligans gegen Salafisten“ („HoGeSa“) als auch gegen religiösen Fundamentalismus demonstriert. Die von Antifaschist_innen beworbene Versammlung startete um 10.00 Uhr am Steintor, die der Hools ab 12.00 Uhr in 900m Entfernung auf der anderen Seite, der durch die Stadt führenden Bahnstrecke, am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Zu direkten Auseinandersetzungen kam es während der Versammlungen nicht. Die Teilnehmer_innen der Hooliganversammlung traten jedoch äußerst aggressiv auf.

Hooliganaufmarsch blieb stationär

Der „HoGeSa“ blieb in Hannover, nach den Erfahrungen von Köln, als gewalttätige Hooligans am 26. Oktober 2014 den dortigen Aufmarsch der Vereinigung nutzten, um Krawalle anzuzetteln, gemäß Beschluss des örtlichen Verwaltungsgerichtes vom 13. November 2014 nur die Durchführung einer stationären Kundgebung. Zuvor waren Hooligans bereits in Berlin und Hamburg mit der Organisation von Aufzügen gescheitert bzw. zogen entsprechende Anmeldungen kurz vor Versammlungsbeginn wieder zurück.
Trotzdem scheint die Thematik der gesellschaftlichen Herausforderung durch den Salafismus nach wie vor ein Reizthema für die gewaltsuchenden Fußballfans zu sein und entfaltete immer noch ein beachtliches Mobilisierungspotential. Ungefähr 2.500 Personen nahmen so an der Versammlung der HoGeSa teil, davon ein Großteil aus der Metropolregion Rhein-Ruhr. Darüber hinaus wurden auch Hooligans aus Hamburg, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden Württemberg, Saarland und Rheinland Pfalz gesehen.
Der Auftritt der Bremer Hooligan-Band „Kategorie C“ wurde jedoch polizeilich untersagt, da sie die Stimmung anheize und Teilnehmer gewaltbereiter werden lasse, so ein Vertreter der Polizei am 13. November 2014 im NDR. Auch die vom Veranstalter angerufenen Gerichte bestätigten das Verbot. „Kategorie C“ wurde allerdings trotzdem gespielt, via Tonträger über eine Musikanlage. Die Lieder „Hooligans gegen Salafisten“ und „So sind Wir“ wurden von einem Großteil der Versammlungsteilnehmer_innen mitgesungen.
Neben ihrer Funktion als Kapelle der Hooliganbewegung ordnet der Bremer Verfassungsschutz die Band auch als „rechtsextremistisch“ ein.
Auch ein Teil der Versammlungsteilnehmer_innen, insbesondere die aus Dortmund sowie den Ländern Berlin  und Brandenburg angereisten Personen sind als Mitglieder oder Sympathisanten neonazistischer Organisationen bekannt oder marschierten bei Neonaziaufzügen mit.
Darüber hinaus trat u.a. der Bundesvorsitzende der islamfeindlichen, rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“, Michael Stürzenberger, als Redner auf.
Von einigen Versammlungsteilnehmer_innen wurden zudem mehrfach neonazistischen Parolen skandiert.

Demonstration gegen Rassismus und Fundamentalisten

Insgesamt 18 Anmeldungen zu Gegenveranstaltungen lagen der Polizei laut NDR bis zum 13. November 2014 vor. Die größte fand ab 10 Uhr am Steintor, südwestlich des Bahnhofes statt. Hierzu hatte ein antifaschistisches Bündnis unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus“ aufgerufen. An dieser Veranstaltung nahmen über 4.000 Menschen teil. Sie führte vom Steintor, durch die Innenstadt bis in Hör- und Sichtweite der HoGeSa-Versammlung.
Als die Hooligans der Demonstration gewahr wurden, versuchten sie sich ihr entgegen zu bewegen. Vermummung wurde angelegt, verbal provoziert sowie Böller und Eier in Richtung der dazwischen stehenden Polizei geworfen. Die Ordner der HoGeSa drängten jedoch die Krawallmacher aus ihrer Versammlung wieder zurück. Zuvor hatte sich Bundes- und Bereitschaftspolizei bereits auf einen Einsatz vorbereitet. Pferdestaffel, Wasserwerfer und Räumpanzer waren ebenfalls aufgefahren.
Wenig später wurde die HoGeSa Kundgebung ohne weitere Zwischenfälle beendet. Im Nachhinein soll es jedoch noch zu Auseinandersetzungen in der Innenstadt gekommen sein.

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